Was ist Computerspielsucht?

Es gibt bisher keinen einheitlichen oder generell anerkannten Begriff, um das Problem der Abhängigkeit von Nutzungsformen des Internets oder von bildschirmgestützten Spielen zu bezeichnen. Benutzt werden zum Beispiel „Gamesucht“, «pathologischer Internetgebrauch», «Internetsucht» oder auch «Onlinesucht». In der Beratung sind wir vor allem mit Benutzern von Games bzw. Computerspielen konfrontiert, deshalb verwenden wir auf dieser Website einfachheitshalber meist die Bezeichnung Computerspielsucht oder Gamesucht. Dies im Wissen, dass diese Tätigkeit oft online und auf unterschiedlichen Endgeräten ausgeführt wird.

 

Computerspielsucht ist eine nicht-stoffgebundene Abhängigkeit. Das heisst, es werden keine psychoaktiven Substanzen eingenommen. Der Effekt der Abhängigkeit entsteht durch körpereigene biochemische Veränderungen, die durch ein exzessives (=übermässiges) Verhalten ausgelöst werden. Deshalb auch die ebenfalls gängige Kategorisierung als Verhaltenssucht.

 

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Verhaltenssüchte sind substanzungebundene Abhängigkeiten. Sie bezeichnen Störungen bei alltäglichen Verhaltensweisen, z.B. Spielen, Einkaufen, Arbeiten oder Essen. Zu den Verhaltenssüchten gehören ebenso Auffälligkeiten im Umgang mit Internet und Gebrauchsmedien (z.B. Smartphone, TV, Computer). Die Inhalte bzw. die konsumierten Seiten oder Medien können verschieden sein und schliessen beispielsweise auch den Konsum von Pornografie mit ein. Das exzessive Verhalten ist oft nicht mehr kontrollierbar. Die Sucht führt häufig zu negativen seelischen, körperlichen und finanziellen Folgen. Das soziale Umfeld wird oft ebenfalls beeinträchtigt und/oder die betroffene Person zieht sich davon zurück und lebt isoliert.

Mediensucht ist ein Sammelbegriff für die Abhängigkeit von elektronischen Medien und Anwendungen wie Computer, Internet, Fernsehen, Mobiltelefon bzw. Smartphone, Computerspielen, soziale Netzwerken etc.

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Ähnlich der Spielsucht werden durch die Ausschüttung von Endorphinen im Gehirn Glücksgefühle produziert, wenn bestimmte Ereignisse eintreten. Beispielsweise löst der Ton des Mobiltelefons beim Eingang einer SMS ein gewisses Glücksgefühl aus. Süchtige versuchen, dieses Gefühl möglichst oft zu erreichen. Aber auch die Ablenkung von der realen Welt ist ein möglicher Aspekt beim vertieften stundenlangen Spielen oder Fernsehen. Hier lässt sich das Leben mit all seinen Problemen vergessen. Beim TV Konsum verändern sich die Vorgänge im Gehirn, der Körper entspannt, das passive Konsumieren wird als wohltuend empfunden. Medienabhängigkeit kann durchaus zu sozialen Problemen führen. Hohe Kosten durch hohe Mobiltelefonrechnungen führen oft zu Schulden. Exzessiver TV Konsum oder das totale Versinken in der virtuellen Welt von Computern kann Betroffene isolieren, denn Sozialkontakte werden dabei häufig vernachlässigt oder brechen ab. Medienabhängigkeit tritt häufig in Kombination mit anderen Abhängigkeiten auf, z. B. Sex- und Spielabhängigkeit werden oft am Computer im Internet ausgelebt. Das Internet bietet leichten Zugang zu Anbietern pornographischer Inhalte und zu Onlinespielen bzw. -casinos.