Woran erkenne ich eine Computerspielsucht?

Bildschirmmedien gehören zu unserer Gesellschaft und sind nicht mehr aus dem privaten und beruflichen Alltag wegzudenken. Computerspiele sind Teil der Jugendkultur und finden auch bei Erwachsenen immer mehr Anklang. Das macht es schwierig einzuschätzen, ob Ihr Kind oder Partner ein Risiko trägt, in eine Gamesucht zu geraten. Die Betroffenen halten ihr Verhalten ohnehin selten für problematisch. Umso wichtiger ist ein frühzeitiges Erkennen.

Nutzungsdauer?

Gerade Eltern nehmen die Zeit, die ein Gamer am Computer verbringt, gerne als Massstab an - weil sie gut kontrollierbar ist. Es wäre jedoch zu einseitig, die Einschätzung einer Sucht nur davon abhängig zu machen. Nicht jede exzessive Nutzung bedeutet, dass eine Sucht besteht. Sie kann auch vorübergehend sein. Achten Sie deshalb auch auf andere Anzeichen. Trotzdem ist es für die Hirnentwicklung von Kindern und Jugendlichen wichtig, dass die Bildschirmzeiten nicht überborden. Gemäss www.jugendundmedien.ch sollten zum Beispiel 10-12Jährige maximal 10 Stunden pro Woche vor dem Bildschirm verbringen. Mehr dazu unter „Was kann ich tun?“.

Das sind die wichtigsten Anzeichen einer Sucht

  • Keine Hobbys: Die Person vernachlässigt Aktivitäten, welche ihr früher noch wichtig waren.
  • Probleme in Schule/Beruf: Verpflichtungen werden vernachlässigt, die Leistung nimmt ab.
  • Schlaf und Ernährung: Die Schlafzeit wird immer kürzer; die Person hat keine Zeit für ausgewogene Ernährung
  • Umgang mit Stress: Betroffene meiden schwierige Situationen oder reagieren aggressiv darauf.
  • Sozialer Rückzug: Die Person meidet zunehmend soziale Kontakte oder fühlt sich in Gesellschaft unwohl.
  • Aggression bei Entzug: Wenn Gamen nicht möglich ist, reagieren Süchtige aggressiv oder verzweifelt.
  • Schulden: Gewisse Games animieren zum Geld ausgeben, um das Spielerleben zu verbessern.
  • Zu viel Zeit: Die Beschäftigung mit dem Computerspiel nimmt den grössten Teil der privaten Zeit ein.