Häufige Fragen

Ab wann darf ein Kind ein Handy haben?

Gemäss der nationalen Plattform „www.jugendundmedien.ch“ sollte ein Kind vor dem 9. Geburtstag kein Handy besitzen. Wir empfehlen eher einen späteren Zeitpunkt, denn die Reife hängt von weiteren Faktoren ab:

Kann das Kind vereinbarte Regeln verstehen und akzeptieren?
Kann es die Handynutzung kritisch hinterfragen?
Kennt es die Gefahren im Netz?
Weiss es, welche Inhalte es meiden und nicht teilen sollte?
Wie zuverlässig holt es sich Unterstützung bei den Eltern?
Ist es sich über mögliche Kosten bewusst?
Beherrscht es die Sicherheitseinstellungen?

Im Zweifelsfall eignen sich ein „Familienhandy“ oder ein „Familiencomputer“, an denen es sich seine Medienkompetenz zusammen mit den Eltern erproben könnte.

Darf ich das Handy meines Kindes kontrollieren?

Vor der Pubertät darf das Handy eines Kindes kontrolliert werden. Es soll aber nie heimlich, sondern gemeinsam erfolgen und im Voraus abgemacht werden. Es empfiehlt sich, schon früh mit Kontrollen zurückhaltend zu sein und mit dem Kind über die Handynutzung im Gespräch zu bleiben. Bei Jugendlichen gehört das Handy zur Privatsphäre. Eine Kontrolle ist dann ohnehin tabu.

Wieviel Bildschirmzeit pro Tag ist noch vertretbar?

Es ist schwierig, allgemeine Regeln zu formulieren. Denn heutzutage gehören Bildschirmmedien, ob Handy oder Computer, zum Alltag. Sie dienen nicht nur als „Spielmaschinen“, sondern werden in der Arbeit eingesetzt oder in der Schule zum Wissenserwerb benutzt. Zudem kann man mit ihnen kommunizieren, Videos schauen oder Musik hören. Entscheidend ist, dass nicht nur eine dieser Funktionen im Vordergrund steht. Und dass die betreffende Person auch alternative Aktivitäten ausübt, welche ihr Freude bereiten. Gerade Kinder und Jugendliche neigen altersbedingt dazu, bestimmte Verhaltensweisen exzessiv auszuüben. Nutzungszeiten können dadurch starken Schwankungen unterliegen. Insbesondere für Kinder und Jugendliche ist es jedoch wegen ihrer noch nicht ausgereiften Hirnentwicklung sinnvoll, gewisse Richtwerte im Auge zu behalten.

Sind Computerspiele gesundheitsschädigend?

Exzessives Spielverhalten kann die körperliche Gesundheit negativ beeinflussen. Haltungsschäden, gestörtes Essverhalten sowie Kopfschmerzen und Augenprobleme sind nur einige der möglichen Nebenwirkungen.

Durch Veränderung von Lebensgewohnheiten sowie des Tag-Nacht-Rhythmus kann zudem die Entwicklung psychischer Erkrankungen wie Depressionen begünstigt werden.

Mein Partner verbringt seine ganze Freizeit vor dem Computer

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Partner und fragen Sie ihn, aus welchen Gründen er so viel Zeit vor dem Computer verbringt. Drücken Sie Ihren Wunsch aus, mehr gemeinsame Zeit zu verbringen. Vereinbaren Sie Zeiträume, die für die Beziehung „reserviert“ sind, aber auch Zeiten, in denen Ihr Partner Zeit für sich hat, die er nach Belieben einteilen kann. Sollte keine Veränderung eintreten, dürfen Sie gerne auch als Angehörige bei uns eine persönliche Beratung vereinbaren.

Mein Kind interessiert sich nur noch für seine Videogames

Es gibt Phasen, in denen Kinder Tätigkeiten sehr intensiv ausüben, zum Beispiel eben Videogames. Das kann sich ändern. Um zu beurteilen, ob das Gameverhalten Ihres Kindes süchtige Ausmasse angenommen hat, können Sie sich folgende Fragen stellen:
Benutzt Ihr Kind Computerspiele, um unangenehme Emotionen zu verdrängen oder Konflikten auszuweichen?
Oder erleben Sie Ihr Kind als ausgeglichen und das Interesse als altersentsprechend?
Reden Sie mit Ihrem Kind über seine Motivation.