Was kann ich tun?

Digitale Medien / Bildschirmmedien sind fester Bestandteil unserer Gesellschaft und sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ob Smartphone, Computer oder Tablet: Es wird immer mehr per Mail und SMS kommuniziert und gechattet. Computer sind Arbeitsmittel und gehören wie selbstverständlich zum schulischen und beruflichen Alltag. Computerspiele sind ein Teil der heutigen Jugendkultur und finden auch bei Erwachsenen immer mehr Anklang. Diese Allgegenwertigkeit der Bildschirmmedien erschwert nicht nur das Erkennen sondern auch die Intervention im Falle von problematischen Mediennutzungsgewohnheiten. Im folgenden Abschnitt finden Sie Hinweise, wie Sie als Angehöriger oder Erziehungsberechtigter bei Verdacht auf problematisches Spielverhalten intervenieren können.

Was kann ich tun? Hinweise für Partner/innen und Angehörige

  • Gespräch suchen: Sprechen Sie Ihren Partner / Ihre Partnerin zu einem geeigneten Zeitpunkt darauf an, inwiefern Ihnen der vermehrte Medienkonsum aufgefallen sei. Fragen Sie nach dem Grund für den Medienkonsum. Drücken Sie Ihre Sorgen und Ängste aus. Versuchen Sie dabei, Vorwürfe zu vermeiden. Bieten Sie Unterstützung an, sobald ein Veränderungswunsch seitens des Partners / der Partnerin besteht.
  • Regeln: Treffen Sie klare Abmachungen mit ihrem Partner / Ihrer Partnerin und legen sie verbindliche Regeln fest bezüglich der Zeit und Häufigkeit des Spielens.
  • Selbstfürsorge: Seien Sie achtsam auf Ihre eigenen Bedürfnisse. Verlieren Sie Ihr eigenes Leben nicht aus dem Fokus, indem Sie sich Freiräume schaffen um eigenen Interessen nachzugehen. Übernehmen Sie nicht die Verantwortung für das Spielverhalten des Partners / der Partnerin.
  • Fachliche Unterstützung: Schlagen Sie vor, fachliche Unterstützung beizuziehen. Eine Beratung für Angehörige von Computerspielsüchtigen kann entlastend wirken

Wie können Sie Jugendliche unterstützen, einen kontrollierten Umgang mit dem Internet zu erlernen?

Ein vollständiges Verbot ist nicht sinnvoll, vielmehr ist es wichtig, Kinder und Jugendliche zu befähigen, die nötige Medienkompetenz zu erwerben, um angemessen mit der Vielfalt der Medien umgehen zu können.

  • Interesse zeigen: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über das Internet. Fragen Sie Ihr Kind regelmäßig, welche Spiele es spielt, was es im Internet alles macht und was an diesen Tätigkeiten so faszinierend ist. Versuchen Sie, sich in Ihr Kind hinein zu versetzen und zeigen Sie Verständnis für seine Vorlieben.
  • Absprachen treffen: Handeln Sie gemeinsam mit Ihrem Kind verbindliche Zeitabsprachen aus. Erstellen Sie einen gemeinsamen Zeitplan der verständlich definiert, wie viel Zeit für welche Aktivitäten verwendet wird. Berücksichtigen Sie dabei auch die Zeit für «reale» Aktivitäten wie Treffen mit Freunden, Sport und Hobbies sowie schulische oder familiäre Pflichten.
  • Vorbild sein: Das Internet ist ein Zeitfresser. Sie kennen das vielleicht aus eigener Erfahrung: Ein Blick auf die Uhr löst häufig ungläubiges Staunen aus: «Wie, schon seit einer Stunde sitze ich hier?» Glaubwürdig sind Ihre Forderungen nach Begrenzung des Konsums nur, wenn Sie selbst Vorbild sind und bewusst mit Medien umgehen. Warum sollte sich Ihr Kind mit Freunden treffen oder sich an der frischen Luft bewegen, wenn Sie das selber auch nicht tun?
  • Werden Sie Experte: Ihr Kind ist ein «Digital Native», es wächst im Gegensatz zu Ihnen mit dem Internet und dem Umgang mit Bildschirmmedien auf. Informieren Sie sich, welche Möglichkeiten es gibt, Regeln auch durch technische Unterstützung wie etwa das Sperren mittels Kindersicherung von bestimmten Websites oder die Begrenzung von Spielzeiten umzusetzen. Mit PEGI (Pan European Game Information) gibt die Industrie auf den Spielverpackungen Hinweise, ab welchem Alter ein Produkt angemessen ist.
  • Fördern Sie den Selbstwert und die Sozialkompetenz Ihres Kindes: Je besser Ihr Kind mit täglichen Belastungen wie Konflikten oder Stress umgehen kann, desto besser ist es davor geschützt, das Internet zur Regulation von Gefühlen einzusetzen.

[in Anlehnung an Grüsser/Thalemann 2006 und SFA/ISPA]