Woran erkenne ich eine Computerspielsucht?

Sie machen sich Sorgen um eine angehörige Person, weil sich dessen Spielverhalten in den letzten Monaten intensiviert hat? Möglicherweise stellen Sie sich die Frage, wo die Grenze zwischen gesundem und problematischem Computerspielverhalten verläuft, wie Sie diese erkennen und wie Sie intervenieren können. Meist sind es Eltern und andere Personen aus dem Umfeld, die bei nahestehenden Personen oftmals als Erste erkennen, dass der Umgang mit Spielen im Internet außer Kontrolle gerät. Im Gegensatz dazu halten die Betroffenen selbst Ihr Verhalten selten für problematisch. Deswegen ist eine frühzeitige Reaktion seitens Angehöriger wichtig, gegebenenfalls auch mit der Unterstützung von externen Fachstellen.

Woran erkenne ich problematisches Spielverhalten?

  • Hobbies: Die betroffene Person vernachlässigt aufgrund des übermäßigen Computerspielens Aktivitäten und Hobbies, welche ihr früher noch wichtig waren.
  • Schule / Beruf: Wichtige Verpflichtungen werden vernachlässigt. Dies führt zu einer Abnahme der Leistung in der Schule bei der Arbeit.
  • Schlaf und Ernährung: Um die Spielzeit zu verlängern, wird die Schlafzeit von Betroffenen Personen zunehmend kürzer, der Schlafrhythmus verändert sich. Auch eine ausgewogene Ernährung findet keinen Raum mehr. Außenaktivitäten werden eingeschränkt oder gehen verloren.
  • Umgang mit Stress: Die Frage, wie die betroffene Person mit Stress umgeht, kann Hinweise auf eine mögliche Computerspielproblematik liefern. Passive Vermeidung oder aggressive Hilflosigkeit können beispielsweise in Zusammenhang mit einem exzessiven Computerspielverhalten stehen.
  • Soziale Kontakte: Die Frage nach der Häufigkeit von sozialen Kontakten kann im Zusammenhang mit dem Spielverhalten sehr wichtig sein. Findet die betroffene Person schnell Anschluss mit Gleichaltrigen und ist eher beliebt? Oder wird die Person oft gehänselt und traut sich wenig, Kontakte mit anderen zu knüpfen? Dies kann in Zusammenhang mit anderen Hinweisen ein weiteres Indiz sein für problematisches Spielverhalten.
  • Reaktion auf Verbote: Die Reaktion auf Computerspielverbote kann eine wichtige Informationsquelle darstellen. Reagiert die betroffene Person angemessen und durch das Aufnehmen einer anderen Beschäftigung auf ein Verbot, so spricht dies gegen ein problematisches Spielverhalten.
  • Schulden: Besonders bei Jugendlichen, aber auch bei Erwachsenen werden unter Umständen durch den Erwerb von neuesten technischen Geräten zur Optimierung des Spielerlebens Schulden gemacht.
  • Onlinezeit als Kriterium

[in Anlehnung an Grüsser/Thalemann 2006 und SFA/ISPA]