Diagnose der Glücksspielsucht

ICD

Im aktuellen internationalen Klassifikationssystem der Krankheiten (ICD-10) der Weltgesundheitsorganisation WHO ist das pathologische Glücksspiel unter den Störungen der Impulskontrolle und nicht bei den Suchtkrankheiten aufgeführt. Mit der Neuauflage des ICD-11, welches ab 2022 erscheint, wird Glücksspielsucht oder „Gambling Disorder“ als eigenständige Störung unter den Suchtkrankheiten erscheinen.

Kriterien ICD-11

1. Beeinträchtigte Kontrolle über das Glücksspiel (z. B. Beginn, Häufigkeit, Intensität, Dauer, Beendigung, Kontext).
2. Das Glücksspiel hat Vorrang vor anderen Lebensinteressen und täglichen Aktivitäten.
3. Fortsetzung oder Steigerung des Glücksspiels trotz des Auftretens negativer Konsequenzen. Das Verhaltensmuster ist so schwerwiegend, dass es zu erheblichen Beeinträchtigungen in persönlichen, familiären, sozialen, erzieherischen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen kommt.

Die Merkmale müssen über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten erkennbar sein, damit eine Diagnose gestellt werden kann. Die erforderliche Dauer kann jedoch verkürzt werden, wenn alle diagnostischen Anforderungen erfüllt und die Symptome schwerwiegend sind.