Zahlen und Fakten

Casinos in der Schweiz

Die Schweiz verfügt über ein grosses Glücksspielangebot. In den 21 konzessionierten Casinos wurde im Jahre 2018 ein Bruttospielertrag von rund 703 Millionen Franken erzielt. Dem wirtschaftlichen Nutzen der Glücksspiele stehen gesellschaftliche Kosten gegenüber, die durch problematisches bzw. pathologisches Glücksspielverhalten entstehen. Sie werden auf mindestens 545 Millionen Franken jährlich geschätzt (Jeanrenaud et al. 2012).

Seit 2019 erhielten 8 Casinos die Konzession für ein zusätzliches Online-Angebot. Bis April 2020 waren 5 Online-Casinos in der Schweiz aufgeschaltet.

Ende 2018 lag die Zahl der schweizweit geltenden Spielsperren gemäss der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) bei 57‘000. Pro Jahr kommen etwa 3‘200 dazu. 70% der Sperren sind freiwillig.

 

Verbreitung des Glücksspiels in der Schweiz

Schweizerische Gesundheitsbefragung SGB (2017)

Gemäss der Schweizerischen Gesundheitsbefragung gaben 2017 69% der Bevölkerung über 15 Jahre an, mindestens einmal im Leben ein Glücksspiel gespielt zu haben. Das sind knapp 4,4 Millionen Menschen. Innerhalb der letzten 12 Monate hatten 55% gespielt. Häufig, d.h. mindestens einmal im Monat, spielten 16,4% (ca. 1 Million).

Von den Personen, die im vorangegangen Jahr gespielt hatten, bevorzugten die meisten Lotterien und Rubbellose (48,2%), gefolgt von Glücksspielen wie Tombola oder privaten Spielen (14,3%), Tischspielen (8,6%) und Automaten (6,7%) in den Casinos sowie Sportwetten (4,5%).

5,7% spielten in ausländischen Spielstätten und 2,3% bei ausländischen Online-Anbietern (noch vor der Einführung der Schweizerischen Online-Casinos).

Ein risikoreiches Spielverhalten zeigten 3% der Befragten, also 192‘000 Personen. Knapp 13‘000 davon (0,2%) wiesen Merkmale einer Glücksspielsucht auf (pathologisches Glücksspiel). Risikoreiches Glücksspiel trat u.a. bei Männern, bei Personen mit tiefem Bildungsniveau sowie im Online-Glücksspiel gehäuft auf.

 

Studie von Sucht Schweiz zu Online-Glücksspielen (2018)

Unter den Online-Spielern in der Schweiz waren die bereits damals legalen Online-Lotterien und Online-Rubbellose mit Abstand am meisten verbreitet (85%), vor den ebenfalls legalen Online-Sportwetten (16%). Es folgten Online-Poker (8,6%), Online-Spielautomaten (5%) und andere Online-Casinospiele (5,3%). Die Studie fand vor der Markteinführung der Online-Casinos in der Schweiz statt.

Bei Lotterie- oder Rubbel-Angeboten wiesen 6,9% der Onlinespieler ein riskantes Spielverhalten auf, bei Sportwetten und beim Online-Casino betrug dieser Anteil 22,5% bzw.23,6%.

Interessant ist, dass bei Spielenden am Computer nur 7.9%, bei Spielenden am Handy jedoch 13.4% ein Spielproblem aufwiesen.