Zahlen und Fakten

Die Schweiz verfügt über ein grosses Glücksspielangebot. In den acht A-Casinos und dreizehn B-Casinos wurde im Jahr 2011 der Bruttospielertrag der Schweizer Casinos von rund 825 Millionen Franken erreicht. Dem wirtschaftlichen Nutzen der Glücksspiele stehen gesellschaftliche Kosten gegenüber, die durch problematisches bzw. pathologisches Glücksspielverhalten entstehen. Sie werden auf mindestens 545 Millionen Franken jährlich geschätzt (Jeanrenaud et al. 2012). Dazu gehören beispielsweise Kosten aufgrund von Ausfall von Arbeitsleistungen, Behandlungen sowie Gerichtsverfahren bei Beschaffungsdelikten und Scheidungen. Zudem müssen die Betroffenen negative Auswirkungen in Form von Verschuldung, verspielten Vermögenswerten und einer Beeinträchtigung der Lebensqualität in Kauf nehmen.

Etwa 60% der Bevölkerung ab 15 Jahren haben schon mindestens einmal in ihrem Leben ein Glücksspiel gespielt (SFA 2009, auf Basis der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2007). Die am meisten gespielten Glücksspiele in der Schweiz sind Lotterien und Wetten. Eine Studie kam zum Schluss, dass in der Schweiz im Jahr 2005 ungefähr 0,8% der erwachsenen Bevölkerung ein risikoreiches Glücksspielverhalten aufzeigten («problematische Spieler und Spielerinnen») und weitere 0,5% spielsüchtig waren («pathologische Spieler und Spielerinnen ») (Bondolfi et al. 2008). Dies entspricht insgesamt ungefähr 80‘000 Personen. Etwa 70 - 80% der Personen mit exzessivem Spielverhalten sind Männer. Mehr als 32‘000 Personen sind in der Schweiz mit einer Spielsperre belegt und dürfen somit – zu ihrem eigenen Schutz – nicht in den Casinos spielen.